Henri Toulouse-Lautrec - Der Schimmel Gazelle

Der Schimmel Gazelle von Henri de Toulouse-Lautrec

Der Schimmel Gazelle - eine Bildbetrachtung: Die 1881 entstandene Pferde-Darstellung des französischen Künstlers Henri Toulouse-Lautrec gehört zum Bestand der Albertina in Wien und ist aktuell bis zum 25. Januar 2015 im Wiener Kunstforum zu sehen.

Das Bildnis des Pferdes Gazelle wirkt einzigartig in der anlässlich des 150. Geburtstages des Künstlers kuratierten Werkschau, die einen bunten Querschnitt des Schaffens von Toulouse-Lautrec zeigt, welcher besonders für seine Plakatkunst und Darstellungen von Frauen aus dem Pariser Milieu bekannt ist. Vergleichsweise still erscheint das Portrait des Pferdes inmitten von Bildern die den Trubel des Nachtlebens der Großstadt wiedergeben, lebhafte Tätigkeiten auf dem Lande beschreiben oder Menschen zeigen, die Gedanken hin und her zu wälzen scheinen.

In wenigen Farben zeigt das Bild ein am Holz der Stalltür knabberndes Pferd: den Raum andeutende dunkle Brauntöne, darin das Tier mit seinem hellen Fell auf dem sich Licht und Schatten in von Blau bis Grün changierenden Farbtönen abzeichnen. Das Gemälde strahlt Ruhe aus, besonders, wenn man es aus größerem Abstand betrachtet. Das Ohrenspiel des Pferdes wirkt aufmerksam - Ohren aufgestellt, ganz leicht zurück gelegt, auch die Augen mit fein dargestellten Wimpern scheinen die Umgebung wahrzunehmen. 

Gazelle, Henri de Toulouse-Lautrec, 1894
Der Schimmel Gazelle, Henri Toulouse-Lautrec, 1881, Öl auf Leinwand

Aufgewachsen auf den Landsitzen seiner wohlhabenden adligen Familie, war ein Umfeld mit vielen Pferden für Toulouse-Lautrec nicht ungewohnt. Bereits in jungen Jahren malte Henri Portraits von Menschen und Tieren, vor allem von Pferden - bei der Jagd, vor der Kutsche, im Stall.  Über das Pferd Gazelle lassen sich nur Mutmaßungen anstellen: möglicherweise ein Rennpferd, vielleicht im Besitz eines adligen Reiters. Es hat Toulouse-Lautrec jedenfalls zu diesem natürlich wirkenden Pferde-Portrait angeregt. Eigentlich eine Momentaufnahme, umgesetzt in Öl auf Leinwand.

Henri de Toulouse-Lautrec wurde am 24. November 1864 im südfranzösischen Albi geboren und wuchs in Schlössern nahe Toulouse und Montpellier auf. Später studierte er Malerei in Paris wo er ab 1885 auch ein Atelier unterhielt und um den Montmatre inmitten der Pariser Bohème sein Zuhause fand. Um 1890 wurde Toulouse-Latrec förmlich über Nacht berühmt, als seine großformatigen Plakate für das kulturelle Treiben im Paris der Belle Époque in der ganzen Stadt aufgehängt wurden. Mit einer Erbkrankheit belastet, kränkelte Henri Zeit seines Lebens. Nach Alkoholkrankheit und möglicherweise auch daraus folgender Leiden verstarb Henri de Toulouse-Lautrec im Jahr 1901 mit nur 36 Jahren auf dem Anwesen seiner Mutter.

In seinem Geburtsort Albi ist das Schaffen und Leben von Henri de Toulouse-Lautrec im gleichnamigen Museum dokumentiert.

www.museetoulouselautrec.net
www.kunstforumwien.at
www.albertina.at

Bildmaterial: public domain

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22. Dezember 2014 - 14:49