Der Alpinist | Dokumentarfilm

Der Alpinist | Dokumentarfilm

Der Alpinist – Dokumentarfilm über eines, der größten Talente des Kletter-Sports. Höchstleistung oder Wahnsinn? Manche in der Kletterszene staunen über die Leistungen von Marc-André Leclerc, sind begeistert. Andere betrachten besorgt die Risikobereitschaft des jungen Bergsteigers aus Kanada. Dann begibt sich Leclerc auf ein historisches Abenteuer in Patagonien, das die Möglichkeiten des Solo-Kletterns neu definiert.

Atemberaubende Kletteraktionen, Aufnahmen von Mensch und Natur, die sich nachhaltig einprägen. Der Film erzählt die Geschichte eines Ausnahme-Bergsteigers, unterwegs an der Grenze des Vorstellbaren.

Die Regisseure Peter Mortimer und Nick Rosen drehen mit ihrer Firma Sender Films seit zwei Jahrzehnten Dokumentarfilme über das Klettern in der Natur. Darunter „The Dawn Wall“, der auf dem SXSW-Filmfestival und dem San Francisco DocFest mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde.
„Die Leute erzählten von diesem Kerl, der die Grenzen des Alpinismus neu auslotete, der seine Besteigungen aber nicht gerne öffentlich machte. Er postete nichts auf Facebook. Er sprach nicht mit Medien. Er zog einfach los, zu unglaublichen Erstbegehungen und Solo Touren, ohne es groß in die Welt hinaus zu posaunen“, erinnert sich Mortimer. Der begabte Junge kletterte nicht wegen des Ruhms, sondern aus purer Leidenschaft. Und wer wissen wollte, wie und warum er das tat, musste versuchen, mit ihm Schritt zu halten.

Während sich das Klettern zu einem absoluten Trendsport entwickelt, klettert Marc-André Leclerc also allein und weit weg vom Rampenlicht. Die Besteigungen abgelegener Steilwände, die er als Solo-Kletterer unternimmt, gehören zu den gewagtesten der Geschichte.

Mensch allein vor einer Felswand mit hinabstürzendem Wasser

Fern der Medien, ohne Seil und ohne jeglichen Spielraum für Fehler sind Leclercs Bergbesteigungen der Inbegriff des Solo-Abenteuers.

„Eines der coolsten Gefühle, die ein Mensch haben kann, ist es, sich ganz klein zu fühlen in einer Welt, die so groß ist.“ – Marc-André Leclerc

Zum Klettern kam der kanadische Bergsteiger und Alpinist Marc-André Leclerc als sein Großvater ihm das Buch „Quest for Adventure“ von Chris Bonington gab. Früh erblühte die Leidenschaft für diesen Sport. Als er dem British Columbia Mountaineering Club beitrat und mit Wettkämpfen begann, gewann er im Jahr 2005 Altersklassenwettbewerbe wie die Canadian Nationals.

Nach dem Highschool-Abschluss verdiente Marc-André seinen Lebensunterhalt durch Landschafts- und Wartungsarbeiten während er gleichzeitig dem Bergsport nachging. Im Jahr 2012 lernte er seine Freundin Brette Harrington kennen, selbst eine erfahrene Bergsteigerin. Jetzt brannten sie gemeinsame für das Klettern. Das brachte Marc-Andrés dazu, neue Höhen zu erreichen. An der Grand Wall in Squamish, British Columbia brach er den Geschwindigkeitsrekord von Alex Honnold und zog die Aufmerksamkeit der Kletterszene auf sich.

Im Jahr 2015 schaffte der Kletterer mehrere Solo-Erstbegehungen in Patagonien und am Mount Slesse in der Cascade Range in Kanada. Anschließend vollendete er seine erste Solo-Begehung von „The Corkscrew“ am Cerro Torre. Später im selben Jahr bezwang er nach weiteren freien Solo-Begehungen in Patagonien den Torre Egger. Marc-André vollendete auch die erste Solo-Begehung der Route „Infinite Patience“ an der Emperor Face Linie des Mount Robson in den kanadischen Rocky Mountains, wobei er sich methodisch durch Schnee, Eis und Fels arbeitete und damit erneut für ordentlich Aufruhr in der Kletterwelt sorgte. Seine ebenso beeindruckende wie Grenzen sprengende Leistung sprach sich schnell herum.

„Als junger Kletterer ist es unbestreitbar, dass ich von den Medien und der Popkultur beeinflusst wurde und dass einige meiner eigenen Klettereien unbewusst durch das geprägt wurden, was die Welt als wichtig für den Sport ansieht. Durch die Zeit, die ich in den Bergen verbracht habe, weit weg von den Menschenmassen, der Stoppuhr, den Noten und all den Listen mit Rekorden, konnte ich langsam herausfinden, was für mich wichtig ist, und die Dinge verwerfen, die es nicht sind“, so Marc-André Leclerc. Selbst als die Welt auf ihn aufmerksam wurde, hob sich der Ausnahme-Kletterer von der Masse ab, indem er mehr Wert auf die Spiritualität, Selbstfindung und Philosophie legte, als auf die Medienberichterstattung und den Wettbewerb innerhalb des Sports.

Am 5. März 2018 beendeten Marc-André und sein Kletterpartner Ryan Johnson erfolgreich eine neue Route in der Nordwand des Mendenhall Towers, nördlich von Juneau, Alaska. Es wurde erwartet, dass das Duo innerhalb von zwei Tagen nach Erreichen des Gipfels zum Basislager zurückkehren würde. Sie kamen jedoch nie an. Später fand man ein teilweise verschüttetes Seil, aber die Bergsteiger wurden nicht geborgen. Im Alter von nur 25 Jahren erlosch eines der hellsten Lichter der alpinen Welt.

Der Alpinist - Bergsteiger Marc-André Leclerc

Marc-André Leclerc’s Errungenschaften im Klettersport:

  • Preisträger des Guy Lacelle Pure Spirit Award 2015
  • Erster Solist auf allen drei Torres im Chaltén-Massiv, Patagonien, einschließlich The Corkscrew am Cerro Torre im Jahr 2015, Titanic am Torre Egger im Winter 2016
  • Tomahawk to Exocet link up solo im Winter am Torre Standhardt, Patagonien, 2016
  • Erstbegehung der Reverse Torre Traverse, Patagonien
  • Erstbegehung und Alleinbegehung des Nordostpfeilers des Slesse Mountain im Winter, BritishColumbia
  • Erstbegehung von Psychological Effect am Mount Tuzo in den Rocky Mountains, Kanada
  • Erstbegehung und Alleingang von Infinite Patience in den Rocky Mountains, Kanada

Kurswechsel der Filmemacher

Im März 2018, als die Dreharbeiten zu Der Alpinist kurz vor dem Abschluss standen, erreichte Mortimer und Rosen die Nachricht, dass Marc-André Leclerc in Juneau, Alaska vermisst wird.

Sicher ist nur, dass er mit Ryan Johnson den Main Tower der Mendenhall Towers ohne Zwischenfälle bestiegen hatte. Leclerc postete noch ein seltenes Live-Foto auf seinem Instagram-Account, das scheinbar makelloses Wetter zeigte. Was genau passiert war, bleibt ein Rätsel. Leclerc und Johnson sollen wohl beim Abseilen zum Ausgangspunkt von einer Lawine erfasst worden sein. Wahrscheinlich wurden sie tief in das Innere des Gletschers geschleudert.

Als nach der Trauer langsam Heilung einsetzte, waren sich alle Beteiligten einig, dass der Film fertiggestellt werden sollte. Die beiden Filmemacher konzentrierten sich beim finalen Schnitt darauf, die Geschichte auf ihre Essenz zu reduzieren. „Ursprünglich hatten wir mehr über die Historie des Alpinismus eingeflochten, aber es war klar, dass der Kern der Geschichte immer Marc-André war“, sagt Rosen. „Wir haben alles noch einmal gesichtet, um die aufschlussreichsten Momente aus seinen Interviews zu finden.“

Marc-André freikletternd nur mit Spitzhacken das Eis bearbeitend

Kurz vor der Veröffentlichung von Der Alpinist kam es aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie zu einer weiteren Verzögerung.

Der Alpinist erscheint im Kino

Nach Erscheinen des Films bei Netflix im Jahr 2021 wird die Dokumentation nun im deutschsprachigen Raum auf der großen Leinwand zu sehen sein.

Ein Hochgenuss für alle, die die wahrhaftige Größe und Kraft der Natur zu würdigen wissen. Der Alpinist ist ein inniges Porträt über den von seiner Liebe zu den Bergen angetriebenen visionären Solokletterer Marc-André Leclerc.

Der Dokumentarfilm zeigt, wie sehr Leclerc die Landschaften und Gedankenwelten schätzte, Mortimer und Rosen mit Der Alpinist wahrnehmbar machen. Interviews von Weggefährten und Koryphäen des Alpinismus wie Reinhold Messner und Alex Honnold, unterstreichen, welche bedeutende Fußspur Marc-André Leclerc in der Welt des Bergsports hinterlassen hat.

Ab 17.02.2022 im Kino:

https://de.thealpinistfilm.com

Produziert haben Red Bull Media House in Zusammenarbeit mit Sender Films. Der Alpinist gehörte zur offiziellen Auswahl des Telluride und SXSW Film Festivals 2020.

Bildmaterial: (c) Sender Films / Red Bull Media House / Scott Serfas

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28. Januar 2022 Aus