Die Mongolei, Wölfe und Pferde - Kinoepos DER LETZE WOLF

Die Mongolei, Wölfe und Pferde - Kinoepos DER LETZE WOLF

Im Kino: Mit nicht wenig Pathos, grandiosen Naturaufnahmen und aufwendigen Spezialeffekten ist Jean-Jaques Annaud's Kinoepos DER LETZTE WOLF in China realisiert worden. Pferde sind in dem in der Mongolei spielenden Film nur als Statisten zu sehen, doch beständig, in großer Zahl und in spektakulären Szenen. Der Regisseur von Am Anfang war das Feuer, Sieben Jahre in Tibet und Der Name der Rose hat nach dem Naturfilm Der Bär wieder einen Kinofilm gedreht in welchem Tiere die Hauptrolle innehaben. Es geht um Wölfe - bedrohlich und faszinierend.

Der letzte Wolf -  Jean Jaques Annaud

China 1967. Der Student Chen Zhen wird in die Innere Mongolei geschickt. Hier, im grenzenlosen Grasland, soll er den Schäfern Lesen und Schreiben beibringen. Doch seine Leidenschaft gilt vom ersten Tag der archaischen Wildnis und dem von den Nomaden am meisten gefürchteten und am meisten verehrten Tier - dem Wolf. Allen Warnungen zum Trotz beobachtet Chen Zhen heimlich die stürmischen Raubzüge der Wolfsrudel. So wird er Zeuge urgewaltiger Jagdszenen und ist tief bewegt von der Erhabenheit, die von dem erschreckend schönen und ebenso tödlichen Tier ausgeht. Als aus Peking der Befehl eintrifft, die Wölfe als Gefahr für Vieh und Mensch auszuschalten und alle Wolfsjungen zu töten, rettet Chen Zhen einen jungen Wolf und zieht ihn auf ...

Jean-Jacques Annaud verfilmte mit DER LETZTE WOLF den erfolgreichsten chinesischen Bestseller-Roman, in Deutschland erschienen unter dem Titel „Der Zorn der Wölfe“. In berauschenden Bildern erzählt DER LETZTE WOLF von der unbeherrschbaren Schönheit der Natur, von der Seele der Wildnis, von Freiheit und Verantwortung. Unter Mitwirkung von 200 Pferden, etwa 1000 Schafen, 25 Wölfen die von Tiertrainern betreut, ausgebildet und aufgezogen wurden entstand der etwa 40 Millionen Dollar teure Kinofilm. Die Umsetzung der Verfolgungsszene zwischen einem Rudel Wölfe und eine riesigen Pferdeherde gehörte zu den am schwierigsten umzusetzenden Szenen. Monatelang wurde dafür getrennt mit beiden Tierarten geprobt. Die Tiertrainer für die Wölfe und die Trainer für die Pferde waren während des Drehs ganz in blau gekleidet. So konnte man sie alle in der Postproduktion wieder digital entfernen.

Zwei Jahre hielt sich der Tiertrainer Andrew Simpson in China auf. Über den Umgang mit den Tieren: „Ich habe dort jeden Tag mit den Wölfen verbracht. Man muss ihnen viel Zeit geben und sie erst aufziehen, bevor man anfängt, sie abzurichten. Es geht immer um Vertrauen und darum, ein Verhältnis voller Zuneigung zu etablieren. Ohne Liebe wird man einen Wolf vor der Kamera nicht dazu bringen, gut zu „spielen“. Man kann ihn nicht mit Druck oder Angst manipulieren. Wenn Sie einen Wolf gut behandeln, wird er Sie stolz machen und vor der Kamera sein Bestes geben. Ohne die ständige Aufmerksamkeit, die sie zwei Jahre lang von mir erfahren haben, wären die Wölfe nicht zu solchen Kabinettstücken vor der Kamera fähig gewesen.“

Über 150 Jahre lang galt der Wolf in Deutschland weitgehend als ausgerottet, die Tierart steht überall in Deutschland unter Artenschutz. 1904 wurde in der Lausitz der letzte Wolf erschossen. Und genau in dieser Region ließ sich dann im Jahr 1998 ein aus Polen eingewandertes Wolfspaar nieder und sorgte zwei Jahre später für den ersten Nachwuchs in Deutschland seit über 100 Jahren. Seitdem haben sich die Wölfe vermehrt und wieder Rudel gebildet. Sie leben hauptsächlich im dünner besiedelten Osten und gerne in der Nähe von Truppenübungsplätzen der Bundeswehr. Heute zählt man in Brandenburg und Sachsen etwa 14 Wolfsrudel. Deutschlandweit geht man von etwa 30 Rudeln in fünf Bundesländern aus. Das Bundesumweltministerium vermeldet insgesamt 300 Wölfe. Aber was Tier- und Artenschützer hoch erfreut, sorgt bei Jägern und Landwirten, Schäfern und auch bei Pferdehaltern für Unmut und Ängste. 

Für das mongolische Volk gilt es als sicher, dass der Steppenwolf ein Abgesandter des Himmels ist. Er ist auf der Erde, um die Steppe zu schützen und die Erhaltung des Ökosystems zu garantieren. Wenn er Gazellen jagt, aber nicht im Übermaß tötet, schützt er die Natur. Gazellen fressen das Weideland kahl und gefährden so die Ernährung von Pferden, Schafen und Kühen.

In DER LETZE WOLF haben die Wölfe den Menschen den Raub ihrer Beute und das Töten ihrer Welpen nicht verziehen. Die ausgehungerten Wölfe holen zu einem letzten Schlag aus. Ihres natürlichen Lebensraumes beraubt, greifen sie die Siedlungen der Menschen an. ShowDown.

DER LETZE WOLF, 2015, 119 Minuten, Cinemascope, 3D
Nach dem Roman "Der Zorn der Wölfe", Jiang Rong
Regie: Jean-Jaques Annaud
Eine chinesisch-französische Ko-Produktion
Kinostart Deutschland: 29. Oktober 2015

www.DerLetzteWolf-Film.de

Bildmaterial: (c) Wild Bunch Germany

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8. November 2015 - 7:27