500 Jahre Haupt- und Landgestüt Marbach

500 Jahre Haupt- und Landgestüt Marbach

500 Jahre Haupt- und Landgestüt des Landes Baden-Württemberg werden im Jahr 2014 in Marbach gefeiert; zum großen Jubiläum gibt es über das ganze Jahr eine Reihe sehenswerter Veranstaltungen. Offizieller Auftakt - das große Festwochenende am 17. und 18. Mai mit dem Tag der offenen Stalltür, Schauprogramm, feierlichen Ansprachen - der amtierende Ministerpräsident Baden-Württembergs war zugegen und ließ keinen Zweifel am fortwährenden Erhalt des Haupt- und Landgestüts aufkommen. Bei allen stattfindenden Showhighlights, die eigentliche Attraktion ist das Gestüt selbst, mit seinen vierbeinigen Bewohnern, eingebettet in die beeindruckende Landschaft des UNESCO-Biosphärengebiets Schwäbische Alb.

Heute Bewahrer von historischem Erbe und alter Pferderassen, Basis von Fortbestand und Weiterentwicklung der Pferdezucht in Baden-Württemberg, findet ein Gestüt in Marbach erstmals im Jahr 1514 Erwähnung. Bereits im Jahr 1573 erhält Marbach die Funktion eines Hof- und Landgestüts; 1687 dann die erste Beschälerordnung in Württemberg. Während 1817 die Trennung von Hof- und Landgestüt und die Verlegung des Hofgestüts durch König Wilhelm I. von Württemberg erfolgt, werden dem Landgestüt die Gestütshöfe Marbach, Offenhausen, St. Johann und Güterstein zugeteilt.

Stutenbrunnen im Gestütshof Marbach mit Araberstutenherde, Foto: Archiv des Haupt- und Landgestüts Marbach, Baden-Württemberg
Stutenbrunnen im Gestütshof Marbach mit Araberstutenherde, aus dem Archiv des Haupt- und Landgestüts Marbach, Baden-Württemberg

Von 1867 bis 1950 wird auf der Alb die Zucht des Württemberger Warmblutpferdes betrieben; großen Einfluss nimmt hierbei das Trakehnerpferd; auch das anglonormannische Zuchtpferd wird eingesetzt. Seit 1952 Landgestüt der Zucht des Schwarzwälder Kaltblutpferdes, so kehrte auch bereits 1932 die Araberzucht aus Weil zurück auf die schwäbische Alb. Nicht nur die berühmte "silberne Herde", welche zurückgeht auf Direktimporte aus der nordafrikanischen Wüste, lockt jedes Jahr rund 500.000 Besucher zu den Gestüthöfen. Deutschlands ältestes Staatsgestüt ist ein moderner Ausbildungs- und Zuchtbertrieb; zugleich ist das heutige Haupt- und Landgestüt Marbach mit all seinen, teils etwas entfernt liegenden Gestütshöfen wertvolles kulturelles Erbe. Hengste und Stuten wachsen auf in idyllischster Umgebung der relativ dünn besiedelten Schwäbischen Alb.

Idylle Haupt- und Landgestüt Marbach
Marbach
Marbach

Wie die meisten Landgestüte dieser Tage, ist Marbach auch Veranstaltungsort. Neben den Hengstparaden finden hier unterschiedliche Events aus Show, Zucht und Sport statt. Zudem ist das Gestüt mit seiner außerordentlich schönen Geländestrecke, Heimat des großen internationalen Vielseitigkeitsturniers - Eventing Marbach, jährlich im Mai.

Marbacher Geländestrecke

Das Marbacher Gestüt ist ein lohnendes Reiseziel, ob zur Marbacher Vielseitigkeit im Frühjahr, zu den Hengstparaden im Herbst, zum Besuch der Jubiläumsfeierlichkeiten, Stallungen und Pferdeweiden. Das Haupt- und Landgestüt Marbach ist ESSA-angehörig - somit steht es Besuchern offen; die Stallungsgebäude sind zu den Öffnungszeiten frei zugänglich.

Anlässlich des Jubiläums wurde der neue Gestütsradweg eröffnet. Wer sich lieber fahren lassen möchte - Rossnatour bietet beispielsweise eine Gestütsreise mit der Kutsche an.

Weitere Informationen über die Gestütanlagen, die dort beheimatete Pferdezucht, Historie und aktuelle Möglichkeiten der Information, Aus- und Weiterbildung, Freizeitgestaltung, Termine im Jubiläumsjahr des Haupt- und Landgestüts Marbach erteilt die Gestüts-Homepage:

www.gestuet-marbach.de

Fotos: (c) PferdKultur

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31. Mai 2014 - 18:14